Coolify ist eine quelloffene Software, die aus einem gewöhnlichen Linux-Server eine eigene Deployment-Plattform macht – vergleichbar mit Heroku, Vercel oder Railway, nur auf Hardware, die du selbst gemietet hast. Du verbindest ein Git-Repository, drückst auf „Push", und Coolify baut daraus einen Container, richtet die Domain ein und stellt automatisch ein SSL-Zertifikat aus.

Das Projekt steht unter der Apache-2.0-Lizenz, hat über 55.000 Sterne auf GitHub und wird von rund 600 Mitwirkenden weiterentwickelt. Seit dem 27. April 2026 ist Version 4.0 offiziell stabil – nach fast zwei Jahren Beta-Phase. Aktuell ist Version 4.1.2 (Juni 2026), an Version 5 wird gearbeitet.

Inhaltsverzeichnis

Volle Kontrolle mit deinem eigenen VPS von easyname

Mit einem VPS von easyname hast du volle Kontrolle über deinen Server – flexibel, skalierbar und umweltbewusst betrieben in ISO-zertifizierten Rechenzentren in Österreich. Ideal für deine Anwendungen, Projekte und maximale Performance.

Rechenzentrum

Wofür brauchst du Coolify?

Wenn du eine Anwendung auf einem eigenen Server betreiben willst, hast du grundsätzlich zwei Wege: alles per Hand einrichten – Docker, Reverse Proxy, Zertifikate, Datenbank, Neustarts – oder eine Plattform mieten, die das übernimmt und pro Anwendung, pro Nutzerkonto oder pro Datenmenge abrechnet.

Coolify ist der dritte Weg. Die Software übernimmt genau die Aufgaben, die bei einer gemieteten Plattform Geld kosten, läuft aber auf deinem Server. Konkret heißt das:

  • Deine Anwendungen laufen dort, wo du es entscheidest
  • Deine Kosten bleiben die Serverkosten – planbar, unabhängig vom Datenverkehr
  • Deine Daten und Konfigurationen liegen auf deinem System, nicht in einer fremden Cloud

Was Coolify nicht ist: ein gehosteter Dienst, der dir den Server erspart. Du brauchst einen eigenen Server mit SSH-Zugang, und die Pflege des Betriebssystems bleibt bei dir. Dazu später mehr.

Quelle: https://coolify.io/

Wie funktioniert Coolify technisch?

Coolify erfindet nichts neu, sondern verbindet bewährte Bausteine zu einem Ganzen. Wer schon einmal mit Docker gearbeitet hat, erkennt jedes Teil wieder.

Docker als Fundament

Jede Anwendung, jede Datenbank und jeder Dienst läuft in einem eigenen Container in einem separaten Docker-Netzwerk. Coolify selbst besteht ebenfalls aus Containern. Der Vorteil dieser Bauweise: Wenn du Coolify irgendwann abschaltest, laufen deine Container weiter – es sind ganz normale Docker-Container mit normalen Volumes.

Reverse Proxy und Zertifikate

Vor den Containern sitzt standardmäßig Traefik als Reverse Proxy und nimmt allen Datenverkehr auf Port 80 und 443 an. Alternativ lässt sich Caddy verwenden. Sobald du einer Anwendung eine Domain zuweist, schreibt Coolify die passende Routing-Regel und holt ein kostenloses Let's-Encrypt-Zertifikat, das anschließend automatisch erneuert wird.

Von Git-Push zum laufenden Container

Du verbindest GitHub, GitLab, Bitbucket, Gitea oder Forgejo per App-Integration oder Deploy Key. Danach läuft jede Veröffentlichung so ab:

  1. Du schiebst Code in den überwachten Branch
  2. Der Git-Anbieter meldet das per Webhook an Coolify
  3. Coolify klont das Repository und erkennt die verwendete Sprache
  4. Ein Build Pack erzeugt daraus ein Container-Image
  5. Nach erfolgreicher Statusprüfung leitet Traefik den Datenverkehr auf den neuen Container um

Für Schritt 4 stehen mehrere Build Packs bereit: Nixpacks erkennt Node.js, Python, Go, Rust, Ruby, PHP oder Java automatisch, ohne dass du eine Konfiguration schreibst. Alternativ nutzt Coolify dein eigenes Dockerfile oder eine Docker-Compose-Datei. Seit Version 4.1.0 gibt es zusätzlich Railpack als Beta-Option, das mehrstufige Builds und Build-Variablen unterstützt.

Scheitert eine Statusprüfung, bleibt der alte Container aktiv. Ein Rückgang auf die vorherige Version ist ein einzelner Klick.

Die wichtigsten Funktionen

FunktionWas sie bedeutet
Git-Push-VeröffentlichungAutomatischer Build bei jedem Commit, ohne Server-Login
Vorschau-UmgebungenJeder Pull Request bekommt eine eigene URL zum Testen
Datenbanken per KlickPostgreSQL (inkl. 18 und pgvector), MySQL, MariaDB, MongoDB, Redis, KeyDB, Dragonfly, ClickHouse
Über 280 DiensteFertige Vorlagen für n8n, Plausible, WordPress, MinIO, Uptime Kuma, Supabase und viele mehr
Automatische BackupsZeitgesteuerte Datenbank-Sicherungen auf S3-kompatiblen Speicher, Wiederherstellung per Klick
Mehrere ServerEin Coolify verwaltet beliebig viele Server über SSH
Teams und RollenAbgegrenzte Projekte und feingranulare Rechte, praktisch für Agenturen
Terminal im BrowserServer-Befehle direkt aus der Weboberfläche
API und BenachrichtigungenVollständige API, Meldungen per E-Mail, Discord, Telegram oder Mattermost
SentinelEigener Bereich für CPU- und Speicherwerte deiner Server

Version 4.1.0 hat zusätzlich strukturiertes Audit-Logging für API-Änderungen und Anmeldevorgänge gebracht – relevant, wenn du Nachvollziehbarkeit brauchst.

Was kostet Coolify?

Die selbst betriebene Variante ist kostenlos, dauerhaft und ohne Funktionssperren. Es gibt keine kostenpflichtige Stufe, die mehr kann. Du zahlst ausschließlich deinen Server.

Daneben gibt es Coolify Cloud: Dabei läuft nur die Verwaltungsoberfläche beim Coolify-Team, deine Anwendungen laufen weiterhin auf deinen eigenen Servern. Der Einstieg liegt bei 5 US-Dollar pro Monat für zwei verbundene Server, jeder weitere kostet 3 US-Dollar monatlich. Bei Jahreszahlung sind es 20 Prozent weniger. (Stand: August 2026)

Der Unterschied ist reine Zuständigkeit: Bei Coolify Cloud übernimmt das Team Einrichtung, Aktualisierung und Sicherung der Coolify-Instanz, und du brauchst keine Serverressourcen für Coolify selbst. Wer ohnehin einen Server pflegt, fährt mit der selbst betriebenen Variante ohne Nachteile.

Welche Server-Anforderungen hat Coolify?

Offiziell empfiehlt das Projekt mindestens:

  • CPU: 2 Kerne
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Speicherplatz: 30 GB frei
  • Architektur: 64 Bit, AMD64 oder ARM64

Das ist die Basis für Coolify selbst plus Reverse Proxy. Was deine Anwendungen brauchen, kommt obendrauf. Wenn Builds auf demselben Server laufen wie die laufenden Container, ist mehr Arbeitsspeicher gut angelegt – Image-Builds sind der ressourcenhungrigste Teil des Betriebs. Für vier bis zehn Anwendungen mit Datenbank sind 4 GB oder mehr realistisch.

Unterstützte Systeme sind unter anderem Debian und Ubuntu, RHEL-Abkömmlinge wie AlmaLinux, Rocky oder Fedora, SUSE-Varianten, Arch Linux, Alpine und Raspberry Pi OS in der 64-Bit-Fassung. Ein frischer Server ist die bessere Wahl als einer, auf dem schon etwas läuft.

Coolify installieren

Für die schnelle Einrichtung reicht ein Befehl auf einem frischen Server:

curl -fsSL https://cdn.coollabs.io/coolify/install.sh | sudo bash

Das Skript installiert die benötigten Werkzeuge, richtet Docker Engine ab Version 24 ein, legt die Verzeichnisse unter /data/coolify an, erzeugt die SSH-Schlüssel für die Serververwaltung und startet Coolify. Danach erreichst du die Oberfläche unter http://SERVER-IP:8000.

Drei Dinge, die man leicht übersieht:

  • Erstelle dein Administratorkonto sofort. Die Registrierungsseite ist bis zum ersten Konto offen. Wer sie zuerst öffnet, hat die Instanz.
  • Docker aus Snap funktioniert nicht. Falls Docker schon per Snap installiert ist, muss es weichen.
  • Ubuntu-Zwischenversionen brauchen den manuellen Weg. Das Skript unterstützt die LTS-Fassungen; bei 24.10 und ähnlichen führt der dokumentierte manuelle Weg zum Ziel.

Melde dich für die Installation als root an – nicht-privilegierte Konten werden noch nicht vollständig unterstützt.

Für wen sich Coolify lohnt

Passt gut:

  • Selbstständige und Start-ups, die mehrere kleine Anwendungen betreiben und planbare Kosten wollen
  • Agenturen, die Kundenprojekte auf einem Server trennen und Kunden begrenzten Zugriff auf ihr eigenes Projekt geben möchten
  • Entwickler:innen, die quelloffene Werkzeuge wie n8n, Plausible oder Uptime Kuma selbst betreiben wollen, ohne jede Compose-Datei per Hand zu pflegen
  • Teams, deren Anwendungen ohnehin containerisiert sind

Passt weniger gut:

  • Klassische Websites und Onlineshops. Für WordPress, TYPO3 oder einen Shop ist ein Webhosting-Paket der ruhigere Weg – dort brauchst du keinen Container-Unterbau.
  • Automatische Skalierung über Regionen hinweg. Die kommt nicht mitgeliefert. Mehrere Server verwaltest du zwar aus einer Oberfläche, den Ausfallschutz baust du selbst.
  • Teams ohne Linux-Erfahrung. Coolify vereinfacht das Veröffentlichen, nicht die Serveradministration.

Ein Hinweis für die Planung: Docker Swarm ist in Version 4 als veraltet markiert und soll in Version 5 entfallen. Wer neu anfängt, sollte darauf nicht aufbauen.

Coolify oder gemietete Plattform: der ehrliche Vergleich

 Coolify (selbst betrieben)Gemietete PaaSWebhosting
AbrechnungServerkosten, festnach Nutzung, Nutzerkonten, DatenmengePaketpreis, fest
AufwandServer pflegst dukeinerkeiner
Datenablagedein ServerAnbieterinfrastrukturAnbieterinfrastruktur
Sprachen und Systemealles, was in Docker läuftvom Anbieter vorgegebenPHP-Anwendungen, CMS
Datenbankenselbst betrieben, per KlickZubuchungim Paket enthalten
Skalierungdu entscheidest, wannautomatischPaketwechsel

Es gibt hier kein „besser". Wenn du Container betreiben willst und die Serverpflege nicht scheust, ist Coolify sehr wirtschaftlich. Willst du eine Website online bringen und dich nicht um Betriebssystem-Aktualisierungen kümmern, ist Webhosting der schnellere und ruhigere Weg.

Was in deiner Verantwortung bleibt

Coolify automatisiert die Anwendungsebene. Die Schicht darunter bleibt bei dir – planbar, aber nicht von selbst:

  • Betriebssystem aktuell halten: Kernel- und Paketaktualisierungen des Servers
  • Firewall einrichten: SSH nur von deiner IP, Port 8000 der Coolify-Oberfläche eingeschränkt, HTTP und HTTPS offen
  • SSH absichern: Anmeldung per Schlüssel statt Passwort, Ed25519 empfohlen
  • Coolify aktualisieren: geht aus der Oberfläche heraus, vor größeren Versionswechseln gehört eine Datenbanksicherung dazu
  • Backups prüfen: Coolify sichert Datenbanken auf S3-kompatiblen Speicher, wenn du es einrichtest – eine Wiederherstellung sollte man einmal geprobt haben

Rechne mit etwa einer Stunde pro Monat, wenn nichts Besonderes passiert.

Coolify auf einem VPS betreiben

Coolify läuft auf jedem Server, auf dem du root-Rechte und SSH hast. Ein VPS ist dafür der übliche Ausgangspunkt: Du bekommst zugesicherte Ressourcen, vollen root-Zugang und entscheidest selbst, welches System darauf läuft.

Bei easyname bekommst du einen VPS mit root-Zugang auf SSD-Basis, betrieben in ISO/IEC-27001-zertifizierten Rechenzentren in Wien, Frankfurt und Zürich. Für Projekte mit Kundendaten im DACH-Raum ist der Standort oft das entscheidende Argument – deine Container laufen dann dort, wo deine Kundschaft sitzt.

Volle Kontrolle mit deinem eigenen VPS von easyname

Mit einem VPS von easyname hast du volle Kontrolle über deinen Server – flexibel, skalierbar und umweltbewusst betrieben in ISO-zertifizierten Rechenzentren in Österreich. Ideal für deine Anwendungen, Projekte und maximale Performance.

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Wenn du Docker vorher noch nicht eingesetzt hast: Unsere Anleitung zu Docker auf dem VPS erklärt die Grundlagen, auf denen Coolify aufsetzt. Und für die Domains, die du deinen Anwendungen zuweist, findest du bei easyname über 480 Domainendungen – prüfe hier, ob dein Wunschname frei ist.

Häufige Fragen zu Coolify

Ist Coolify kostenlos?

Ja. Die selbst betriebene Variante ist unter der Apache-2.0-Lizenz kostenlos nutzbar, ohne Funktionssperren und ohne Nutzerbegrenzung. Kosten entstehen nur für deinen Server. Coolify Cloud, bei dem die Verwaltungsoberfläche beim Coolify-Team läuft, beginnt bei 5 US-Dollar pro Monat.

Welche Datenbanken unterstützt Coolify?

PostgreSQL einschließlich Version 18 und pgvector, MySQL, MariaDB, MongoDB, Redis, KeyDB, Dragonfly und ClickHouse – jeweils mit dauerhaftem Speicher und optionalen zeitgesteuerten Sicherungen auf S3-kompatiblen Speicher.

Brauche ich Docker-Kenntnisse für Coolify?

Für den Einstieg nicht. Nixpacks erkennt die meisten Anwendungen selbst und erzeugt das Image ohne dein Zutun. Sobald du eigene Dockerfiles oder Compose-Dateien einsetzt oder Fehler in Containern suchst, helfen Docker-Grundlagen deutlich weiter.

Läuft Coolify auf einem VPS von easyname?

Ja. Coolify braucht einen 64-Bit-Linux-Server mit root-Zugang, SSH, mindestens 2 CPU-Kernen, 2 GB Arbeitsspeicher und 30 GB Speicherplatz. Ein VPS mit root-Zugang erfüllt das.

Was passiert mit meinen Anwendungen, wenn ich Coolify entferne?

Sie laufen weiter. Coolify verwaltet gewöhnliche Docker-Container mit gewöhnlichen Volumes, und alle Konfigurationen liegen auf deinem Server. Ohne Coolify verwaltest du sie eben wieder direkt über Docker.

Wie unterscheidet sich Coolify von Webhosting?

Webhosting ist eine fertige Umgebung für Websites – du lädst deine Seite hoch, um alles andere kümmert sich der Anbieter. Coolify ist eine Verwaltungsschicht für deinen eigenen Server, mit der du beliebige containerisierte Anwendungen veröffentlichst. Mehr Möglichkeiten, dafür trägst du die Serverpflege selbst.

E-Mail-Login leicht gemacht: Unsere meistgesuchten Anleitungen

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Bewertung des Beitrages: Ø5,0

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